Demonstration gegen den WKR-Ball 2011

Trotz der de facto Aufhebung des Demonstrationsrechtes durch die Verantwortlichen der Bundespolizei fanden heute in der gesamten Wiener Innenstadt Spontandemonstrationen und Blockaden gegen den WKR-Ball statt.

Unter einem massivem Polizeiaufgebot bildeten sich immer wieder an verschiedenen Stellen in mehreren Bezirke sowie am Gürtel und später am Abend auch vor dem Burgtor- Gruppen von 70 bis zu mehreren hunder Personen. Diese wurden immer wieder von der Polizei eingekesselt, es kam angeblich zu Festnahmen und es waren immer wieder Krankenwagen am Rande der Einsätze zu sehen.

FOTOS und VIDEOS hier:

VIDEO: Brutaler KESSEL vor dem Burgtor
VIDEO von Daniel Hrncir
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Weitere FOTOS:
Martin Juen
cg-politics
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Berichte:
Bericht von WienTV.org
Die GRAS Wien dazu:
derStandard.at
FM4
ORF Wien
viceland.com
VIDEO von ichmachpolitik.at
krone.at
scoop.at
linksunten.indymedia.org
Kommentar von Maria Sterkl auf derStandard.at
„Es war mir ein Volksfest“ auf zurPolitik.com
derStandard.at : Die Politik, die Polizei und die untersagte Kundgebung

Wiener Solidaritätskundgebung mit den Protesten in Ägypten

Auf dem Wiener Stephansplatz fand heute eine spontane Solidaritätskundgebung mit den aktuellen Protesten in Ägypten statt. Von den etwa 100 bis 150 großteils ägyptisch-stämmigen Teilnehmerinnen wurden Parolen gerufen und Schilder in die Luft gehalten. Es wurde auch immer wieder in deutscher Sprache „Freiheit für Ägypten“ skandiert. Die Kundgebung verlief sehr laut und sehr friedlich. Die Anwesende Polizei (wohl etwas angespannt wegen der am selben Tag verbotenen Anti WKR Demonstration) hielt sich dezent im Hintergrund.

FOTOS und zwei VIDEOS

#UNIBRENNT AKTIONEN AM HELDENPLATZ

Um der griesgrämig- unterkühlten Stimmung der, das Bundesheer und seine tollen Waffen feiernden, Besucher der Heeresleistungsshow zum Nationalfeiertag entgegen zu wirken und auf die immer trister werdende Situation der Bildung und der, dank der aktuellen Regierungspläne zum Budget, Familien aufmerksam zu machen gab es heute mehrere Aktionen am Heldenplatz.

Ein Trauermarsch mit geplanter Kranzniederlegung wurde schon nach wenigen Metern von der Polizei freundlich, aber bestimmt, weg gewiesen; zum flashmob: „Seifenblasen bis zum Umfallen“ fanden sich am frühen Nachmittag mehrere hundert Personen jeden Alters vor der Reiterstatue am Heldenplatz ein und wurden von den restlichen Besuchern teils freudig, teils verärgert (ob des großen Gedränges) bestaunt.

Den ganzen Tag über wurden mit bildungspolitischen Statements beschriftete rosa Luftballons (Sparschweinchen- da mit Rüssel und Ringelschwanz bemalt) an die Besucher des Heeres- Events verteilt und sorgten für einen auffälligen Farbklecks in der von Kaki dominierten Menge.

Alle Fotos und Videos hier:

danielweber.at

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UNIVERSITÄTS-VOLLVERSAMMLUNG UND DEMO IN WIEN

Nach der großartigen Schülerdemo am Vormittag hatte ich zugegeben Sorge, und damit war ich nicht alleine, ob die Demonstration nach der UVV am Nachmittag diese toppen könnte. Meine Sorge war unbegründet. Die Demonstration nach der Vollversammlung im Juridicum, an der sich auch verschiedenste andere Universitäten Wiens (Boku, Tu, Angewandte…) beteiligten war ein überwältigender Erfolg und die tatsächliche Anzahl der Teilnehmer wohl eher bei den von den von der ÖH kolportierten 15000 als den, meines Erachtens weit unterschätzten, 7000 der Polizei, angesiedelt. Diese war auch sonst äußerst zurückhaltend, einzig die Securitys der Uni- Wien sollen im Juridicum , wie über twitter gemeldet, alle Hände voll zu tun gehabt haben die Massen vor der Tür, die beim besten Willen keinen Platz mehr im viel zu klein bemessenen HS 10 gehabt hätten, am herein drängen gehindert zu haben.

Dort, im Inneren des Hörsaals, gab es viel Zeit für lange Statements von Vertretern der Universität und  wenig Zeit für kurze, unbeantwortete Fragen der Studierenden. Nach mehr als eineinhalb Stunden , am Ende dieser „Vollversammlung“ trafen sich die Demonstrationszüge von TU, Uni Wien, der Boku und der Anderen Universitäten vor dem Parlament um von dort über den Ring (entgegengesetzte Richtung) und den Heldenplatz zur Abschlusskundgebung zu gelangen.

Die Fotos Dazu gibt es hier:

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DEMO: ACHTUNG KRÖTENWANDERUNG!

Eine sehr nette Sache. Der Treffpunkt war, erfrischend unüblich,vor dem Haus des Meeres am Fritz-Grünbaum-Platz im Sechsten. Als ich etwas verspätet dort hin kam war es schon recht gut gefüllt, laut und bunt. Langsam und träge, wie eben eine Krötenwanderung, setzte sich der Demozug über die Barnabitengasse in Richtung Mariahilferstraße in Bewegung, blieb immer wieder stehen um laut zu quaken und erreichte gegen halb acht die Akademie der bildenden Künste vor deren Toren die Abschlusskundgebung stattfand.

Meine Fotos zur Krötenwanderung finden Sie hier…

EIN ERSTER MAI

Dank „technischer Probleme“ konnte das Open Air gegen Rassismus heuer nicht stattfinden und so war es mir erstmals möglich den ersten Mai munter, schmerzfrei und gänzlich unverkatert zu begehen.

Maiaufmarsch der SPÖ in Wien

Ich startete meine Tour am Rathausplatz, wo ich gerade rechtseitig den freundschaftlichen Grüßen des Kanzlers und einer so beeindruckenden wie seltsamen Art Massenkaraoke vom Lied der Arbeit zur Internationalen lauschen konnte. (nach der letztjährigen, etwas einschläfernden Soulversion wieder traditionell kämpferisch- mit hoch erhobener, geballter linker Faust) Nach einem kurzen Abstecher zum sogenannten Mercato Rosso hinter dem Burgtheater spazierte ich weiter in Richtung Parlament, wo mir auch schon verschiedene Demonstrationszüge (allesamt sehr revolutionär und rot beflaggt) entgegenkamen. Eine Demonstration der KPÖ hielt vor dem Parlament eine Kundgebung ab- vereinzelt Polizisten, alles sehr friedlich und in ein warmes, wolkendurchzogenes Sonnenlicht getaucht.

Mein Weg führte mich weiter zur überIndymedia und Twitter angekündigten Demonstration für Bleiberecht und gegen Abschiebung (im Kontext der Verhaftung und versuchten Abschiebung von Mitgliedern des Fußballvereins „FC Sans Papiers“) beim „Marcus Omofuma Gedenkstein“ vor dem Museumsquartier.

Di Tutu Bukasa im Polizeikessel

Dort sang eine Gruppe von etwa 200 Personen Lautstark und ohne, wie zuvor am Rathausplatz, technische Unterstützung die Internationale derart inbrünstig, dass es ihnen gar nicht aufzufallen schien, dass die erst zögerlich aufmarschierenden Polizeieinheiten sie bereits eingekesselt hatten. Soweit, so egal. Die Aufforderung, die nicht gemeldete Kundgebung aufzulösen, verhallte ungehört. Keine Ausschreitungen, kein Plan- die Chefin, fleißig, bei Ihrer Arbeitssitzung und offenbar nicht erreichbar, machten sich die Beamten nach einer kurzen Zigarettenpause wieder aus dem Staub. Mit der U-Bahn ging es nach kurzer Plauderei mit bekannten Gesichtern aus der Bildungsbewegung weiter zum Polizeianhaltezentrum auf der Rossauerlände, wo gerade eine kleine Gruppe Demonstrierender abgeführt wurde. Trommeln, Transparente und „lasst sie frei“ Parolen wurden den in mehreren Gruppen auf der anderen Straßenseite aufgeteilten, etwa fünfzig Beamten entgegnet, die teilweise gelangweilt mit ihren Pfefferspraydöschen (wesentlich kleiner und dezenter als noch ende Jänner) herumspielten.

Vor der Rossauer Kaserne

Irgendwann wurden die festgenommenen Personen freigelassen, die Polizei zog sich so wie die Kundgebungsteilnehmer langsam zurück. So machte ich mich auf den Weg in den Prater, wo ich den Abend gemeinsam mit meiner Freundin bei sauteurem Bier, Konzerten mit seltsamer „Votingmöglichket“ (wozu? wofür? warum?) und schließlich beim fulminanten Abschlusskonzert der, na ja, Austropopper von Opus ausklingen ließ.

Fotoalbum:

Die Privatsphäre von Polizeibeamten

Polizei im alten AKHIch mache mir ja zur Zeit einen Namen- zumindest bei der Polizei. Heute Abend wurde ich zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wegen Fotografieren bei einer öffentlichen Versammlung perlustriert. Nein, nicht in Teheran sondern in Wien und zwar im Rahmen von #unibrennt.

Als wie gefährlich demonstrierende Studierende im Moment unter den Verantwortlichen gelten müssen konnte man nach der gestrigen Demonstration und den anschließenden Blockadeaktionen auch an der heute stattfindenden Demonstration gegen Polizeigewalt sehen. Für das Erschießen eines Jugendlichen Einbrechers bekommt man 8 Monate auf Bewährung, für das Demonstrieren gegen dieses Urteil eine Hundertschaft Polizeibeamte in schwerer Montur. Die Demonstration, an der sich an die hundert Teilnehmer des dieses Wochenende stattfindenden Bologna- Gegengipfels beteiligten, stand bereits eine Stunde vor Beginn unter genauer Beobachtung der Polizei, die sich mit einem Fahrzeug an dem eine Videokamera montiert war am Campuseingang in der Spitalgasse positionierte- so spontan wie etwas sein kann das stunden zuvor über twitter.com verkündet wird. Schon kurz nachdem sich der Demonstrationszug, erst etwas zögerlich, vom Hörsaalkomplex C1 in Richtung Alser Straße in Bewegung setzte befand er sich in einer Art wandelndem Polizeikessel, der die Demonstration eng umschloss und erfolgreich daran hinderte, wie im Vorhinein angedacht war, über den Ring und den ersten Bezirk zu marschieren. Der Unmut der Studierenden wurde dann noch weiter geschürt, als es die Polizei für notwendig erhielt die, bis auf zwei oder drei Schweizerkracherexplosionen am beginn der Kundgebung, vollkommen friedlichen Teilnehmer, bis weit in das Universitätsgelände hinein zu eskortieren. Einer der Beamten, der es schaffte sich in nahezu jedes von mir gemachtes Foto zu drängen, fühlte sich dadurch offenbar derart belästigt, dass er mich plötzlich unsanft zur Seite zog und meinen Ausweis verlangte. Dies begründete er mit der Wahrung seiner Privatsphäre. Die Frage ob er denn der Meinung sei es würde sich hier um eine Privatveranstaltung handeln und ob er meine Personalien als Privatperson oder als Polizeibeamter haben möchte konnte ich mit großer Anstrengung hinunterschlucken, und so tauschten wir Adresse und Dienstnummer aus, bevor das Kommando offenbar den Rückzugsbefehl erhielt und von einer lautstarken Menge demonstrierender zum Ausgang begleitet wurde.

http://www.flickr.com/photos/daniel-weber/

ÜBER SINNLOSE POLIZEIGEWALT IM RAHMEN EINER RECHTSRADIKALEN BALLVERANSTALTUNG

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010

„Sollte ich einmal ein Kind haben, und es würde auf die Frage, was es einmal werden möchte wenn es groß ist, antworten: „Polizist!“, ich würde es ins Internat stecken.“


Angeblich konnte man sich als Beamter zum gestrigen Einsatz bei der Demonstration gegen den rechtsextremen Ball des Wiener Korporationsringes, kurz WKR- Ball, freiwillig melden, und angeblich wurde dies auch bereitwillig angenommen. Ich kann nicht sagen ob das stimmt, da aber die FPÖ, als ideologische, politische Homebase vieler Deutschnationaler Burschenschafter, innerhalb der Polizei überproportionalen Zuspruch erhält (wie etwa bei den Personalvertretungswahlen im vergangenen Jahr) könnte man ihr Verhalten bei der gestrigen, im Vorhinein verbotenen- dann von einer Gruppe grüner Nationalratsabgeordneter neu angemeldeten- und wie sich herausstellte auch nicht genehmigten Kundgebung, vorsichtig, als persönlich motiviert ansehen, ohne, wie ein Demonstrant, von „Rache“ für die Ausschreitungen im Vorjahr bei der Demonstration gegen selbige Ballveranstaltung, zu sprechen.

Das Vorgehen der Polizei war von vorne herein auf Eskalation und auf Scheitern eingestellt, sehr lesenswert unter politwatch.at zusammengefasst.

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010Nach den vielen, allesamt äußerst friedlichen Demonstrationen der letzten Monate im Rahmen von #unibrennt (was zum großen Teil auf die besonnene, deeskalierende und hoch professionelle Arbeit der Wiener Polizei zurückzuführen war) ist diese neue Qualität des „im Keim Erstickens“ und der erbarmungslosen Härte gegen Protestierende schockierend, traurig und angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Demonstration gegen eine Veranstaltung rassistischer, zum Teil offen mit Antisemitismus, Faschismus  und Nationalsozialismus kokettierender, Rechtsextremer und die Demokratie ablehnender, Verbände handelte, höchst beängstigend.

Nachdem ich mit meiner Fotografiererei fertig war (die wenigen, Flaschen und Böllerwerfenden, gewaltprovozierenden, nun ja, „Kids“ hatten sich demaskiert und konnten so unerkannt in der Menge untertauchen, und die anfänglich übermotivierten WEGA Beamten zogen ab, bzw. den Kessel enger) stand ich etwas mehr als eine Stunde in der Schlange um mir meine Anzeige abzuholen. Der Polizist der meine Daten aufnahm wurde etwas grantig als ich ihm freundlich „noch einen schönen Abend“ wünschte. Das war gar nicht sarkastisch gemeint, ich war einfach froh, doch noch rausgekommen zu sein.

Die Beamten selbst waren zwischen „gelangweilt amüsiert“ bis „verbal aggressiv“ zu den eingekesselten, wartenden Demonstranten. Zuvor wurden immer wieder Einzellpersonen brutal aus der Menge hinter die Polizeiabsperrungen gezogen. In meiner näheren Umgebung wurde eine junge Frau durch Pfefferspray verletzt.

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010Es ist im übrigen, meines Erachtens, nicht richtig, dass, wie in den Medien behauptet, die Demonstration nach 20 Uhr langsam aufgelöst wurde. Vielmehr war die Demonstration von Beginn an eingekesselt und die Strategie der Polizei, ob ihrer enormen Präsenz und des grundsätzlichen Verbots, klar auf totale Eskalation ausgelegt.

Die Gewalt ging noch bis zum späten Abend in der Innenstadt weiter. Bericht und Fotos von Martin Juen gibt es hier.