Proteste gegen Burschenschafter- Kommers in #Wien #NoWKR

Am Samstag Abend kam es in Wien zu Protestaktionen gegen den diesjährigen Kommers des Wiener Korporationsrings im Rathauskeller.

© Daniel Weber | neuwal.com

neuwal.com | Am Samstag Abend kam es in Wien zu Protestaktionen gegen den diesjährigen Kommers des Wiener Korporationsrings im Rathauskeller. Am frühen Abend marschierten etwa hundert Demonstrantinnen durch den 8. Bezirk zum Rathaus.

 

 

Eine neuwal Fotostrecke:
https://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=1811922554

Das Fotoalbum auf flickr.com
© Daniel Weber | neuwal.com

Nachdem sich die Kundgebung vor den Polizeiabsperrungen neben dem Rathaus aufzulösen begann mischten sich zahlreiche AktivistInnen unter die BesucherInnen des Christkindlmarktes.

Zahlreiche Teilnehmer des Kommers, darunter auch der ehemalige 3. Nationalratspräsident Martin Graf,  wählten den Zugang über den Rathausplatz, also direkt an den Protestierenden vorbei.

 

Es kam zu kleineren Rangeleien, Kommersbesucher wurden beschimpft und Parolen skandiert. Laut dem neuen, offiziellen, Twitter-Account der Wiener Polizei verliefen die Proteste ruhig. Gerüchte über angebliche Festnahmen wurden dementiert.

 

//platform.twitter.com/widgets.js

#NOWKR Demonstrationen gegen den #Akademikerball 2014

Gestern Abend (Freitag) fand in der Wiener Hofburg der Akademikerball (vormals WKR-Ball) statt. Neuwal berichtete mit Fotos, Meldungen, einem Live-Ticker und sammelte Inhalte anderer, Medien.

neuwal.com | Gestern Abend (Freitag) fand in der Wiener Hofburg der Akademikerball (vormals WKR-Ball) statt. Neuwal berichtete mit Fotos, Meldungen, einem Live-Ticker  und sammelte Inhalte anderer, Medien.

 

Demo der „Offensive gegen Rechts“

Am Abend starteten parallel 2 Demonstrationszüge. Die Demonstration des NOWKR Bündnisses traf sich beim Bahnhof Wien Mitte. Die von der Offensive gegen Rechts organisierte Demonstration sammelte sich vor der Universität Wien. Von dort ging es über den Ring und die Wipplingerstraße zum Graben und schließlich auf den Stephansplatz wo sie sich nach kurzen Redebeiträgen offiziell auflöste. Nach Polizeiangaben nahmen an den Demonstrationen insgesamt 6000 Menschen teil.

Eine neuwal Fotostrecke:
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

 

Blockadeaktionen rund um die Sperrzone

Sofort nach der Auflösung der Demonstration am Stephansplatz verteilten sich mehrere größere Gruppen zu Blockadeversuchen rund um die Sperrzone. In der Bellariastraße umstellten etwa 40 Aktivistinnen ein Taxi mit Ballgästen. Als ein größerer Demonstrationszug mit mehreren hundert Menschen auf das Fahrzeug zukam verlor der Fahrer die Nerven und durchbrach mit dem Auto die Blockade. Zum Glück wurde niemand verletzt. Ein Wütender Aktivist zerstörte die Heckscheibe des Taxis.

.
Eine neuwal Fotostrecke:
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

.

In der Löwelstraße, hinter dem Burgtheater, fanden sich 80-100 Demonstrantinnen zu einer Sitzblockade ein. Während die Polizei versuchte, die Blockierenden abzudrängen, stieß eine Gruppe von gut 800 Aktivistinnen vom Renner Ring kommend dazu. Es folgten Zusammenstöße mit der Polizei. Eine Gruppe attackierte die hinter der Absperrung stehenden Einsatzkräfte. Eine Stange durchbrach das Schild einer Beamtin. Die Polizei reagierte mit Pfefferspray.

Etwas später kam es zu weiteren Zusammenstößen am Renner Ring bei der U-Bahn Station Volkstheater. Im Zuge der Einkesselung von einigen hundert Demonstrierenden wurde immer wieder Pfefferspray eingesetzt. Personen, die versuchten über die U-Bahn Abgänge zu entkommen, wurden von Polizisten aufgehalten. Eine Junge Frau versuchte über das Dach der Straßenbahnhaltestelle zu flüchten. Ebenfalls ohne Erfolg.

Immer wieder versuchten Aktivistinnen die Zweierlinie beim Volkstheater zu blockieren. Auch hier kam es zu Turbulenten Szenen. Für Verwirrung sorgten in diesem Bereich eine größere Zahl von Jugendlichen in Ballgarderobe und eine Stretch-Limousine. Es sprach sich aber schnell herum, dass es sich dabei um die Besucherinnen eines Schulballes handelte.

 

Mehrstündige Abriegelung der Akademie der Bildenden Künste durch die Polizei:

Am späteren Abend kam es zu einer massiven Polizeiaktion vor und in der Akademie der bildenden Künste in Wen. Die Polizei vermutete in der Akademie angeblich 4 Personen, die im Verdacht stehen für mehrere  schwere Sachbeschädigungen verantwortlich zu sein. Besagte Personen seien nach dem Einschlagen von Schaufenstern, demolieren von einem Polizeiauto und einem Angriff auf eine Polizeiwache, in die Akademie geflüchtet. Die Strategie der Polizei bestand nun darin, jede Person, die sich im Gebäude befand, einzeln zu perlustrieren.

.

Eine neuwal Fotostrecke:
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

Eine große Zahl von Beamtinnen riegelte den Eingang zur Akademie ab Es wurde ein Spalier aus Polizisten vom Eingang bis zum gegenüber liegenden Schillerdenkmal errichtet. Es dauerte sehr lange, bis alle Menschen aus dem Gebäude gebracht wurden. Zeitgleich fand in der Akademie der bildenden Künste ein Fest im Rahmen des Tages der offenen Tür, dem „Rundgang“ statt. Das Fest wurde von der Polizei beendet. Die Gäste mussten auf die Feststellung ihrer Identität warten.

Ob die Verdächtigen gefasst werden konnten war zur Stunde hoch nicht geklärt. Niemand war es erlaubt in das Gebäude zu gehen. Die Rektorin Eva Blimlinger durfte erst nach intensivem Protest durch die Absperrung. Auch die anwesende Nationalratsabgeordnete der Grünen, Sigrid Maurer, durfte nach längerer Diskussion in die Akademie.

Gegen 1 Uhr Nachts war die Akademie vollständig geräumt und die Polizei zog ab. Rektorin Blimlinger kritisierte die Abläufe des Polizeieinsatzes auf das schärfste und erwartet Konsequenzen in den Reihen der Verantwortlichen.

LINK: Polizeigewalt bei den Demonstrationen gegen rechtsextremen Ball in der Hofburg (ÖH AkBild)

Presseführung im Inneren der Sperrzone:

Zwischen 20:15 und 20 Uhr bestand für akkreditierte Pressevertreterinnen die Möglichkeit, in Begleitung der Polizei, die Sperrzone um die Hofburg zu betreten. Im Inneren gab es anreisende Burschenschafter und Polizeifahrzeuge zu fotografieren. Von draußen gut zu hören eine unheimliche Geräuschkulisse aus Sprechchören, explodierenden Böllern und Sirenengeheul.

Eine neuwal Fotostrecke:
http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=138195

Livestream und Live-Ticker:

Die Kolleginnen von WienTV.org bieten einen Livestream von den Demonstrationen und Aktionen gegen den Burschenschafterball. Die Webseite „Revolution News“ liefert zwei Live-Ticker in Englischer und Deutscher Sprache. Die „Rosa Antifa Wien“ bietet auch einen Live-Ticker.

Radio:

Radio orange 94,0 sendet den ganzen Abend Informationen zu den Protesten gegen den Ball. Der Livestream befindet sich hier:

Video:

 Aktuelle Videos: (ab ca. 17 Uhr: laufend kurze Videosequenzen)
http://embed.bambuser.com/channel/danielweber.at
Artikel auf neuwal zum Thema:

#NOWKR auf twitter.com

//

 

Medienberichte im Vorfeld:
Polizeistadt Wien (fm4.orf.at)
Akademikerball: Kundgebung wegen Platzverbots abgesagt (derStandard.at)
Akademikerball: Demo abgesagt (Wien.orf.at)
Akademikerball: Scharfe Kritik an Polizei (kurier.at)
Streit um rechten Akademikerball: Mit Schmiss auf die Tanzfläche (Spiegel.de)
Ein rechter Tanz (faz.net)
Akademikerball – Demonstrationen: Alle Proteste im Überblick (vienna.at)
Akademikerball: Polizei befürchtet Eskalation (kleinezeitung.at)
Akademikerball: Wiener City wird Sperrzone (diepresse.com)
Ballnacht unter Verschluss (wienerzeitung.at)
Rechter Ball legt halb Wien lahm (fr-online.de)
Akademikerball: Scharfe Kritik wegen Hofburg-Platzverbot (Format.at)
 
neuwal Liveblog:

#Akademikerball – Demos und Aktionen am 1.2.2013 #NOWKR

neuwal.com

Der Ball des Wiener Korporationsrings, kurz WKR-Ball, fand nach massivem öffentlichen Druck im Vorjahr zum letzte Mal in der Hofburg statt. Demonstriert wurde aber auch heuer und zwar gegen den „Akademikerball“. Für die Hofburgbetreibergesellschaft handelt es sich um eine völlig neue, von der FPÖ ausgerichtete, Ballveranstaltung. Kritikerinnen sehen hingegen den selben Ball, mit den selben Gästen unter anderem Namen. Eine Zusammenkunft von Rechtsextremisten aus ganz Europa. „#Akademikerball – Demos und Aktionen am 1.2.2013 #NOWKR“ weiterlesen

Demonstration gegen den WKR- Ball 2012 #nowkr

Mehrere tausend Menschen haben am 27. Jänner 2012 friedlich gegen den Ball des Wiener Korporationsring demonstriert. Bereits am Vormittag wurde am Heldenplatz der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau gedacht. Mehrere hundert Menschen nahmen daran Teil. (Bericht) Am Abend fanden zwei Demonstrationszüge statt. Während sich vor der Universität Wien etwa 1500 Personen versammelten zogen gut 2000 Menschen über die Mariahilfer Straße zum Burgring. Dort trafen beide Demonstrationszüge aufeinander und marschierten gemeinsam auf den Heldenplatz wo sich bereits weitere 2000 Demonstrantinnen zu einer Kundgebung mit Konzerten und Reden versammelt hatten. „Demonstration gegen den WKR- Ball 2012 #nowkr“ weiterlesen

#NOWKR : Ein Rück- und Ausblick

Eine „friedliche Latschdemo“ durch den ersten Wiener Gemeindebezirk. Das war meine erste #NOWKR Demonstration im Jahre 2009. Zumindest solange bis die vorderste Spitze das begleitende Polizeigroßaufgebot im letzten Moment überraschte und zumindest ein kleiner Teil der Demonstrierenden durch das weit geöffnete Burgtor auf den Heldenplatz lief. Es folgte minutenlanges Chaos. Feuerwerkskörper, Flaschen, Farbbeutel und Steine wurden in die Richtung der Exekutivbeamtinnen geschleudert. Der friedliche Teil der Demonstrantinnen scharte sich um am Ring entfachte Lagerfeuer bis wenig später der gesamte Platz eingekesselt wurde. Für gut 40 Minuten konnte niemand hinaus. Der Weg zum Museumsquartier wurde von einer Hundestaffel abgeriegelt. Danach wurde der Kessel geöffnet. Generelle Anzeigen, wie im darauf folgenden Jahr am Christian Broda Platz, gab es nicht. „#NOWKR : Ein Rück- und Ausblick“ weiterlesen

Demonstration gegen den WKR-Ball 2011

Trotz der de facto Aufhebung des Demonstrationsrechtes durch die Verantwortlichen der Bundespolizei fanden heute in der gesamten Wiener Innenstadt Spontandemonstrationen und Blockaden gegen den WKR-Ball statt.

Unter einem massivem Polizeiaufgebot bildeten sich immer wieder an verschiedenen Stellen in mehreren Bezirke sowie am Gürtel und später am Abend auch vor dem Burgtor- Gruppen von 70 bis zu mehreren hunder Personen. Diese wurden immer wieder von der Polizei eingekesselt, es kam angeblich zu Festnahmen und es waren immer wieder Krankenwagen am Rande der Einsätze zu sehen.

FOTOS und VIDEOS hier:

VIDEO: Brutaler KESSEL vor dem Burgtor
VIDEO von Daniel Hrncir
________________________________________________________________
Weitere FOTOS:
Martin Juen
cg-politics
________________________________________________________________
Berichte:
Bericht von WienTV.org
Die GRAS Wien dazu:
derStandard.at
FM4
ORF Wien
viceland.com
VIDEO von ichmachpolitik.at
krone.at
scoop.at
linksunten.indymedia.org
Kommentar von Maria Sterkl auf derStandard.at
„Es war mir ein Volksfest“ auf zurPolitik.com
derStandard.at : Die Politik, die Polizei und die untersagte Kundgebung

ÜBER SINNLOSE POLIZEIGEWALT IM RAHMEN EINER RECHTSRADIKALEN BALLVERANSTALTUNG

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010

„Sollte ich einmal ein Kind haben, und es würde auf die Frage, was es einmal werden möchte wenn es groß ist, antworten: „Polizist!“, ich würde es ins Internat stecken.“


Angeblich konnte man sich als Beamter zum gestrigen Einsatz bei der Demonstration gegen den rechtsextremen Ball des Wiener Korporationsringes, kurz WKR- Ball, freiwillig melden, und angeblich wurde dies auch bereitwillig angenommen. Ich kann nicht sagen ob das stimmt, da aber die FPÖ, als ideologische, politische Homebase vieler Deutschnationaler Burschenschafter, innerhalb der Polizei überproportionalen Zuspruch erhält (wie etwa bei den Personalvertretungswahlen im vergangenen Jahr) könnte man ihr Verhalten bei der gestrigen, im Vorhinein verbotenen- dann von einer Gruppe grüner Nationalratsabgeordneter neu angemeldeten- und wie sich herausstellte auch nicht genehmigten Kundgebung, vorsichtig, als persönlich motiviert ansehen, ohne, wie ein Demonstrant, von „Rache“ für die Ausschreitungen im Vorjahr bei der Demonstration gegen selbige Ballveranstaltung, zu sprechen.

Das Vorgehen der Polizei war von vorne herein auf Eskalation und auf Scheitern eingestellt, sehr lesenswert unter politwatch.at zusammengefasst.

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010Nach den vielen, allesamt äußerst friedlichen Demonstrationen der letzten Monate im Rahmen von #unibrennt (was zum großen Teil auf die besonnene, deeskalierende und hoch professionelle Arbeit der Wiener Polizei zurückzuführen war) ist diese neue Qualität des „im Keim Erstickens“ und der erbarmungslosen Härte gegen Protestierende schockierend, traurig und angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Demonstration gegen eine Veranstaltung rassistischer, zum Teil offen mit Antisemitismus, Faschismus  und Nationalsozialismus kokettierender, Rechtsextremer und die Demokratie ablehnender, Verbände handelte, höchst beängstigend.

Nachdem ich mit meiner Fotografiererei fertig war (die wenigen, Flaschen und Böllerwerfenden, gewaltprovozierenden, nun ja, „Kids“ hatten sich demaskiert und konnten so unerkannt in der Menge untertauchen, und die anfänglich übermotivierten WEGA Beamten zogen ab, bzw. den Kessel enger) stand ich etwas mehr als eine Stunde in der Schlange um mir meine Anzeige abzuholen. Der Polizist der meine Daten aufnahm wurde etwas grantig als ich ihm freundlich „noch einen schönen Abend“ wünschte. Das war gar nicht sarkastisch gemeint, ich war einfach froh, doch noch rausgekommen zu sein.

Die Beamten selbst waren zwischen „gelangweilt amüsiert“ bis „verbal aggressiv“ zu den eingekesselten, wartenden Demonstranten. Zuvor wurden immer wieder Einzellpersonen brutal aus der Menge hinter die Polizeiabsperrungen gezogen. In meiner näheren Umgebung wurde eine junge Frau durch Pfefferspray verletzt.

Demonstration gegen den WKR- Ball 2010Es ist im übrigen, meines Erachtens, nicht richtig, dass, wie in den Medien behauptet, die Demonstration nach 20 Uhr langsam aufgelöst wurde. Vielmehr war die Demonstration von Beginn an eingekesselt und die Strategie der Polizei, ob ihrer enormen Präsenz und des grundsätzlichen Verbots, klar auf totale Eskalation ausgelegt.

Die Gewalt ging noch bis zum späten Abend in der Innenstadt weiter. Bericht und Fotos von Martin Juen gibt es hier.