#Refugeecamp Tag 4: Großdemonstration

Tag 4 des Protestcamps im Sigmund-Freud-Park. Nach einem 30 Kilometer langen Protestmarsch von Traiskirchen nach Wien am vergangenen Samstag, und einer ersten Pressekonferenz im am selben Tag errichteten Protestcamp, fand heute Nachmittag die erste Großdemonstration statt. „#Refugeecamp Tag 4: Großdemonstration“ weiterlesen

1. März: Transnationaler Migrant_innenstreik

Nach einer „Lärmkundgebung“ vor dem Asylgerichtshof auf der Wiener Laxenburgerstraße fand heute um 17 Uhr die erste Märzkundgebung in Wien statt. Beim Viktor Adler Markt im 10.  Wiener Gemeindebezirk versammelten sich etwa 500 Menschen um „gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung und für gleiche Rechte und für gleiche privilegien für alle“ zu demonstrieren.

An der Kundgebung nahmen Menschen verschiedensten Alters und Herkunft teil. Das neue Fremdengesetz waren dabei genauso in der Kritik wie die Abschiebepraxis, der Wohnungsmarkt und die Parlamentsparteien. Immer wieder wechselten Redebeiträge mit Livemusik. Die Veranstaltung dauerte bis nach 19 Uhr.

Meine Fotos dazu gibt es hier:

VIDEOS:

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weitere Fotos von:
Christopher Glanzl
daStandard.at
diePresse.com

VON HEILIGEN UND PROPHETEN DER BILDUNG

…also wenn nun sogar der Heilige Kardinal in all seiner bescheidenen Herrlichkeit für Studiengebühren plädiert… Überhaupt hört man in den letzten Tagen wenig anderes als den Ruf nach der Wiedereinführung der, in Wahrheit nie wirklich abgeschafften, Studiengebühren. Und immer klarer werden die Argumente. Sei es doch eine Umverteilung von unten nach oben, dass die „Kinder“ der „Reichen“, die sich das ja leisten könnten, auch keine Gebühren zu bezahlen hätten, oder eine Verbesserung des Stipendiensystems zielsicher denjenigen finanziell zur Seite stünde, die sich diese nicht leisten könnten, sofern sie nur fleißig genug darum bäten. Im Zeichen der Krise scheint nun aber (fast) allen Klar: Jeder muss seinen Beitrag leisten, ja auch Du der sich auf Kosten des Steuerzahlers in luftige Höhen bilden will. Und was nichts kostet ist sowieso nichts wert, oder? Das sehen auch immer mehr Studierende ein: „A bisl was“ müsste man schon zahlen sollen. Immerhin ist das ja nicht selbstverständlich, dass der Bildungsweg nach zwölf Schuljahren einfach so weitergeht, selbstverständlich wie dass das Hänschen von der Volksschule über die Unterstufe in der Oberstufe langsam zum Hans heranwächst um mit 24, wenn er es bis dahin nicht gelernt hat, es auch ohne Familienbeihilfe nicht mehr lernen wird. Oder etwa schon?

Der Ball liegt also bei der Politik, die sich bei wenig so einig zu sein scheint wie bei der Unterstützung des kommenden, von Hannes Androsch indizierten, Bildungsvolksbegehrens (für die Volkspartei zumindest solange nicht die, Gott sei bei uns, Gesamtschule darin begehrt wird), welches als Rückenstärken, als Unterstützung der zuständigen Ministerinnen zu verstehen sei. Ministerin Karl sieht sich, in einer ersten Stellungnahme, in ihrer Forderung nach Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren bestärkt. Sieht alles nach einer „gemähten Wiese“ aus um den Bildungsbereich in Österreich auf ein „international konkurrenzfähiges Niveau“ zu bringen, wenn nur endlich dieser viel zu „uneffiziente“ freie Hochschulzugang zu Fall gebracht werden würde. Im Jänner sollen konkrete Inhalte des Volksbegehrens präsentiert werden, bis dahin bleibt noch genug Zeit sich die freie Bildung für alle aus den Köpfen zu sparen, Tunnels zu bauen und Rendite abzuschöpfen. Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s nämlich allen gut und dann ist alles andere eigentlich wurscht.

ALTERNATIVE VOLLVERSAMMLUNG IM #AUDIMAX WIEN

Das hat ja kaum zwei Stunden gedauert um so gut wie die gesamte Besetzungsinfrastruktur, von Livestream bis Volksküche, im #Audimax der Universität zu installieren. Ich saß zu Hause auf der Couch, war gedanklich schon im Bett als ich über Twitter (danke an @porrporr – das Taxi hat sich wirklich ausgezahlt) von der Besetzung des Hörsaals 7 bzw. später der des #Audimax erfuhr.

Nach einer abenteuerlichen Fahrt im SUV- Taxi (Taxler zu Protesten: …gehören alle gesperrt…) kam ich im (Voll-) Besetzten #Audimax an. Dort war alles beim Alten, Diskussionen ob diskutiert werden soll, Wortmeldungen,  Applaus, Party. Ich fühlte mich sofort wie berauscht von der in Ottakringergelb getauchten Mischung aus Chaos, Protest und Feiern und berauschte mich mit von freundlichen Herren aus dem Karton verkauften Dosenbier.

Ob diese Aktion in irgendeiner Weise für die Bewegung #unibrennt richtig oder sinnvoll war? Für mich zu diesem Zeitpunkt egal. Präsenz in allen ORF Nachrichtensendungen und ein Zib24 Live-einstieg (zumindest aus dem Hof) waren sicher ein kräftiges Lebenszeichen. Verdient hat sich #unibrennt den gestrigen Abend aber auf alle Fälle.

Fotos aus dem #Audimax:

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UNIVERSITÄTS-VOLLVERSAMMLUNG UND DEMO IN WIEN

Nach der großartigen Schülerdemo am Vormittag hatte ich zugegeben Sorge, und damit war ich nicht alleine, ob die Demonstration nach der UVV am Nachmittag diese toppen könnte. Meine Sorge war unbegründet. Die Demonstration nach der Vollversammlung im Juridicum, an der sich auch verschiedenste andere Universitäten Wiens (Boku, Tu, Angewandte…) beteiligten war ein überwältigender Erfolg und die tatsächliche Anzahl der Teilnehmer wohl eher bei den von den von der ÖH kolportierten 15000 als den, meines Erachtens weit unterschätzten, 7000 der Polizei, angesiedelt. Diese war auch sonst äußerst zurückhaltend, einzig die Securitys der Uni- Wien sollen im Juridicum , wie über twitter gemeldet, alle Hände voll zu tun gehabt haben die Massen vor der Tür, die beim besten Willen keinen Platz mehr im viel zu klein bemessenen HS 10 gehabt hätten, am herein drängen gehindert zu haben.

Dort, im Inneren des Hörsaals, gab es viel Zeit für lange Statements von Vertretern der Universität und  wenig Zeit für kurze, unbeantwortete Fragen der Studierenden. Nach mehr als eineinhalb Stunden , am Ende dieser „Vollversammlung“ trafen sich die Demonstrationszüge von TU, Uni Wien, der Boku und der Anderen Universitäten vor dem Parlament um von dort über den Ring (entgegengesetzte Richtung) und den Heldenplatz zur Abschlusskundgebung zu gelangen.

Die Fotos Dazu gibt es hier:

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DEMO: „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“

Der Zeitpunkt, 22 Uhr am Sonntag Abend, bei frischen sieben Grad und immer stärker werdendem Regen, hielt mehrere hundert Personen nicht davon ab, mit Kerzen und Regenschirmen vor dem Wiener Haas-Haus gegen die, sich in letzter zeit zu häufen scheinende Praxis des in Schubhaft Nehmens und raschen Abschiebens von gut integrierten, teilweise seit frühster Kindheit in Österreich lebenden, Kindern mit ihren Eltern, zu protestieren. danielweber.at

Die Fotos dazu gibt es hier!

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